Der Sommer ist in Hamburg angekommen und bei den warmen Temperaturen freuen sich viele aufs Schwimmen und Sonnenbaden in Seen und Freibädern. Leider erhält der Hamburgischen Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit immer wieder Hinweise insbesondere von Frauen, die heimlich gefilmt oder fotografiert werden. Dies geschieht nicht nur durch Mobiltelefone, sondern auch durch neue Geräte mit integrierter Kamerafunktion, wie etwa Smart Glasses, die unbemerkte Aufnahmen noch unauffälliger ermöglichen. Die aufgenommenen Fotos und Filme werden anschließend häufig über soziale Medien verbreitet. Hier sind alle gefragt, aufmerksam zu sein, einzugreifen und Unterstützung zu holen.
Grundsätzlich gilt: Es ist nicht erlaubt, andere Menschen gezielt ohne ihre Zustimmung zu fotografieren oder zu filmen. Erst recht dürfen solche Aufnahmen nicht ins Internet gestellt werden. Das Recht auf Privatsphäre gilt auch im öffentlichen Raum. Die Wahl sommerlicher Kleidung ändert daran nichts. Wer feststellt, dass jemand gegen seinen Willen Fotos oder Filme aufnimmt oder solche Bilder bereits auf sozialen Medien verbreitet, muss sich damit nicht abfinden.
Was können Sie tun, wenn Sie heimliche Aufnahmen bemerken?
Wenn Sie es sich zutrauen, sprechen Sie die Täter direkt an und verlangen Sie, dass die Aufnahme gestoppt und erstelltes Material gelöscht wird. Noch besser ist es, das Aufsichtspersonal hinzuzuziehen. Bäderland als Betreiber vieler Hamburger Schwimmbäder reagiert streng auf Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht der Badegäste. Wer sich daran nicht hält, muss mit Hausverboten rechnen.
Dazu steht Betroffenen auch die Polizei Hamburg mit der nötigen Sensibilität zur Seite. Scheuen Sie sich nicht, dafür auch den Polizeinotruf 110 zu wählen.
Thomas Fuchs, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit:
„Die klare Botschaft ist: Niemand muss hinnehmen, ohne Zustimmung gefilmt oder fotografiert zu werden. Das gilt natürlich auch im Freibad oder am Badesee. Solche Aufnahmen sind fast immer rechtswidrig. Neue Produkte wie Smart Glasses machen es digitalen Spannern leichter. Das bedeutet aber nicht, dass Sie dagegen schutzlos sind. Sie haben ein Recht auf Privatsphäre auch dann, wenn Sie sich an öffentlichen Orten aufhalten. Meine Behörde hat bereits in der Vergangenheit Bußgelder wegen rechtswidriger Aufnahmen verhängt. Dies werden wir auch weiter tun.“





