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Extremer Anstieg der Beschwerdezahlen beim HmbBfDI

Icons von Facebook, Instagram und Whatsapp, über die jemand eine Lupe hältGerd Altmann auf Pixabay

Im Jahr 2025 verzeichnete der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) so viele Beschwerden wie nie zuvor seit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018. Die Zahl der eingegangenen Beschwerden stieg von 2.607 im Jahr 2024 auf 4.220 im Jahr 2025 – ein Plus von 62 Prozent. Nahezu alle Bereiche, wie zum Beispiel Finanzwirtschaft und Versicherungen, Handel, Gesundheitswesen oder Wohnungswesen, verzeichneten deutliche Steigerungen. Den stärksten Zuwachs gab es bei sozialen Netzwerken und Datingportalen: Hier stieg die Zahl der Beschwerden von 386 im Jahr 2024 auf 1.052 im Jahr 2025, also das 2,7-Fache des Vorjahres.

Im Bereich der sozialen Netzwerke bezogen sich die mit Abstand meisten Beschwerden auf die von Meta betriebenen Plattformen Facebook und Instagram. Für diese ist der HmbBfDI in Deutschland federführend zuständig. Schwerpunkte bildeten Beanstandungen zur Verarbeitung von Nutzendendaten zu KI-Trainingszwecken im Rahmen von „Meta AI“, mit der Meta im Mai 2025 begonnen hatte, und zum „Pay-or-Consent“-Modell von Meta. Die Beschwerdeführer:innen suchten außerdem zahlreich Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Betroffenenrechte, insbesondere des Rechts auf Löschung und des Rechts auf Auskunft bezüglich ihrer Accounts. 

Ein Grund für den starken Anstieg der Beschwerden ist erkennbar die vermehrte Nutzung von KI-Tools durch Bürger:innen. Diese ermöglichen es, sich gezielt über Datenschutzrechte zu informieren und erleichtern die Einreichung von Beschwerden bei Datenschutzbehörden.

2025 gab es neben den Beschwerden 2.509 weitere Eingaben. Knapp die Hälfte waren Data-Breach-Meldungen (1.112, von denen es in 373 Fällen um Cyberangriffe ging). So ergibt sich ein Gesamtwert von 6.729 Eingaben für 2025. Zum Vergleich: 2024 gab es insgesamt 4.571 Eingaben, davon 2.607 Beschwerden und 956 Data-Breach-Meldungen. 

Dazu Thomas Fuchs, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: „Die enorme Steigerung der Beschwerdezahlen ist eine große Herausforderung. Wir reagieren 2026 darauf, indem wir LLMoin, das KI-System der Hamburger Verwaltung, auch zur Fallbearbeitung einsetzen werden und unseren digitalen Beschwerdeprozess optimieren, aber auch, indem wir personell aufstocken. Es bleibt unser Anspruch, zum einen den Hamburger:innen weiter so zügig wie möglich zu helfen, zum anderen aber unsere Beratungstätigkeit und die beschwerdeunabhängigen Prüfungen unvermindert fortzuführen.“

Beschwerden nach Art. 77 DSGVO seit 2019