WEBVTT


::cue(v[voice="Scholz"]) { color: white }

1
00:00:07.350 --> 00:00:09.420
<v Scholz>Scholz: Hallo, mein Name ist Detlef Scholz.

2
00:00:09.420 --> 00:00:14.010
<v Scholz>Scholz: Ich komme aus Schwerin aus der
Beratungsstelle für exzessive Mediennutzung

3
00:00:14.010 --> 00:00:15.390
<v Scholz>Scholz: und Medienabhängigkeit.

4
00:00:15.570 --> 00:00:21.960
<v Scholz>Scholz: Ich bin da jetzt seit fast 15 Jahren und
arbeite mit Familien, mit Betroffenen, mit

5
00:00:21.960 --> 00:00:27.840
<v Scholz>Scholz: Paaren. Auch zu verschiedenen Arten der
ungünstigen Mediennutzung will ich es mal

6
00:00:27.840 --> 00:00:36.800
<v Scholz>Scholz: nennen. Also es geht nicht darum, dass
Menschen in die Beratungsstelle kommen, die

7
00:00:36.800 --> 00:00:41.750
<v Scholz>Scholz: schon das Gefühl haben, das ist alles quasi
verloren oder es ist alles dramatisch

8
00:00:41.750 --> 00:00:46.970
<v Scholz>Scholz: geworden, sondern es geht auch darum, sich
einfach auszutauschen, wenn man in bestimmten

9
00:00:46.970 --> 00:00:50.360
<v Scholz>Scholz: Bereichen vielleicht ein bisschen unsicher
ist, wenn man einfach nicht weiß, okay, wie

10
00:00:50.360 --> 00:00:55.640
<v Scholz>Scholz: gehe ich damit um? Welche Zeiten sind
vielleicht angemessen oder wie kann ich das

11
00:00:55.820 --> 00:00:58.490
<v Scholz>Scholz: gut in meiner Familie vielleicht
herausfinden?

12
00:00:59.630 --> 00:01:05.810
<v Scholz>Scholz: Also auch da ist immer die Einladung an
alle, seien es Fachkräfte, seien es Eltern,

13
00:01:06.320 --> 00:01:10.670
<v Scholz>Scholz: einfach, sich gerne zum Gespräch
einzufinden, auch telefonisch.

14
00:01:10.790 --> 00:01:13.790
<v Scholz>Scholz: Das muss nicht immer schon eine suchtartige
Nutzung sein.

15
00:01:14.680 --> 00:01:18.550
<v Scholz>Scholz: Und man könnte das Thema auch ein bisschen
umdrehen, Also auch fragen okay, was

16
00:01:18.550 --> 00:01:25.840
<v Scholz>Scholz: verspannt uns eigentlich als Eltern so im
Zuge der Beobachtung des Umganges mit Medien

17
00:01:25.840 --> 00:01:32.530
<v Scholz>Scholz: bei unseren Kindern? Und was verspannt
unsere Kinder vielleicht auch im Umgang mit

18
00:01:32.530 --> 00:01:35.410
<v Scholz>Scholz: uns als Eltern, als Pädagogen, als
Fachkräfte?

19
00:01:37.490 --> 00:01:42.650
<v Scholz>Scholz: Und die erste Verspannung ist vielleicht da
zu sehen, dass wir gar nicht so genau wissen,

20
00:01:42.650 --> 00:01:44.180
<v Scholz>Scholz: was macht eigentlich das Internet?

21
00:01:44.180 --> 00:01:45.770
<v Scholz>Scholz: Wie gefährlich ist das Internet?

22
00:01:46.280 --> 00:01:48.980
<v Scholz>Scholz: Und da gibt es eine relativ klare Antwort.

23
00:01:49.940 --> 00:01:54.140
<v Scholz>Scholz: Das Internet. Ist ungefähr so gefährlich wie
ein Fahrrad.

24
00:01:56.800 --> 00:02:01.860
<v Scholz>Scholz: Warum? Ein Fahrrad kann ganz unterschiedlich
gestaltet sein.

25
00:02:02.280 --> 00:02:07.590
<v Scholz>Scholz: Es kann so ein Rennrad sein, mit dem ich
wahrscheinlich problemlos 150 Kilometer pro

26
00:02:07.590 --> 00:02:12.540
<v Scholz>Scholz: Stunde fahren kann. Es kann aber auch eins
sein, was vielleicht so ganz anders ist, wo

27
00:02:12.540 --> 00:02:15.570
<v Scholz>Scholz: es eher so an eine Gangversion erinnert.

28
00:02:16.320 --> 00:02:22.440
<v Scholz>Scholz: Und dementsprechend muss ich natürlich
schauen okay, was braucht es, um mit so einem

29
00:02:22.440 --> 00:02:23.610
<v Scholz>Scholz: Fahrzeug umzugehen?

30
00:02:24.650 --> 00:02:27.950
<v Scholz>Scholz: Man sollte eine angemessene Größe haben.

31
00:02:28.980 --> 00:02:30.210
<v Scholz>Scholz: Ja, deswegen gibt es ja auch die
Kinderfahrräder.

32
00:02:31.650 --> 00:02:34.170
<v Scholz>Scholz: Und in Bezug auf die Mediennutzung heißt es.

33
00:02:36.080 --> 00:02:39.470
<v Scholz>Scholz: Man darf schauen, welches Alter ist
angemessen, um einzusteigen?

34
00:02:41.340 --> 00:02:42.840
<v Scholz>Scholz: Nun haben wir auch schon vorher gehört.

35
00:02:42.840 --> 00:02:46.200
<v Scholz>Scholz: Fachleute sind da relativ uneinig.

36
00:02:46.200 --> 00:02:48.720
<v Scholz>Scholz: Manche sagen so spät wie möglich.

37
00:02:48.990 --> 00:02:51.000
<v Scholz>Scholz: Es gibt Kollegen, die sagen ab 14
Mediennutzung.

38
00:02:52.410 --> 00:02:54.030
<v Scholz>Scholz: Da schmunzeln natürlich die meisten.

39
00:02:54.990 --> 00:02:58.830
<v Scholz>Scholz: Manche sagen ab null ist kein Problem, weil
das reguliert sich sowieso irgendwie.

40
00:02:59.930 --> 00:03:01.220
<v Scholz>Scholz: Ja, also das ist das Spektrum, was wir
haben.

41
00:03:01.970 --> 00:03:05.390
<v Scholz>Scholz: Und auch da ist es wieder so, wir müssen
schauen.

42
00:03:05.690 --> 00:03:07.430
<v Scholz>Scholz: Okay, wie binden wir das ein?

43
00:03:08.430 --> 00:03:13.650
<v Scholz>Scholz: Und mit dem Beispiel okay, wenn es mal das
braucht, dass ein Kind ein bisschen ruhig

44
00:03:13.650 --> 00:03:17.880
<v Scholz>Scholz: ist, sei es beim Inhalieren oder wo auch
immer, dann kann das mal hilfreich sein, auch

45
00:03:17.880 --> 00:03:19.170
<v Scholz>Scholz: wenn das noch ein kleines Kind ist.

46
00:03:19.740 --> 00:03:24.570
<v Scholz>Scholz: Wenn es aber so eine verstetigte Geschichte
wird, sehr, sehr früh dann.

47
00:03:25.660 --> 00:03:29.470
<v Scholz>Scholz: Sprechen wir natürlich irgendwann von der
Konditionierung, was in der Regel ungünstig

48
00:03:29.470 --> 00:03:37.030
<v Scholz>Scholz: ist. Wenn ich Automatisierung erzeuge, dann
hat das Gehirn immer das Gefühl okay, das ist

49
00:03:37.030 --> 00:03:42.190
<v Scholz>Scholz: eine gute Aktivität, da bin ich sicher und
da muss ich nicht mehr drüber nachdenken.

50
00:03:42.460 --> 00:03:47.800
<v Scholz>Scholz: Das läuft einfach so, wenn ich in die
Schiene gerate, dann sollte man wirklich

51
00:03:47.800 --> 00:03:52.630
<v Scholz>Scholz: schauen, dass es eher später als früher
installiert wird.

52
00:03:54.650 --> 00:03:56.960
<v Scholz>Scholz: Ich sollte über Alltagskompetenzen verfügen.

53
00:03:57.200 --> 00:04:00.320
<v Scholz>Scholz: Wie beim Fahrrad. Da brauche ich ja so was
wie eine Körperkoordination.

54
00:04:00.320 --> 00:04:02.600
<v Scholz>Scholz: Wenn die nicht vorhanden ist, kann ich kein
Fahrrad fahren.

55
00:04:03.140 --> 00:04:07.520
<v Scholz>Scholz: Deswegen ist ja das Rollerfahren eigentlich
als Vorstufe total gut, weil ich dann das

56
00:04:07.520 --> 00:04:09.260
<v Scholz>Scholz: Balancegefühl lerne.

57
00:04:09.410 --> 00:04:15.290
<v Scholz>Scholz: Und fürs Internet brauche ich eigentlich
erstmal Kompetenzen, die mir sagen okay, das

58
00:04:15.290 --> 00:04:17.990
<v Scholz>Scholz: tut mir gut oder Das ist nicht so günstig.

59
00:04:18.990 --> 00:04:22.800
<v Scholz>Scholz: Wenn ich das vorher nicht weiß, dann kann
ich das natürlich auch beim Umgang mit Medien

60
00:04:22.800 --> 00:04:25.950
<v Scholz>Scholz: gar nicht wirklich für mich erfühlen.

61
00:04:26.890 --> 00:04:31.660
<v Scholz>Scholz: Das heißt, wenn ich in der Familie das gut
etabliert habe, dass so Kompetenzen, die

62
00:04:31.660 --> 00:04:38.620
<v Scholz>Scholz: altersangemessen halt gut sind für das Kind,
wo es spürt okay, meine Fähigkeiten können

63
00:04:38.620 --> 00:04:39.970
<v Scholz>Scholz: dadurch wachsen.

64
00:04:39.970 --> 00:04:44.920
<v Scholz>Scholz: Ja, ich bin integraler Bestandteil dieser
Familie, die brauchen mich auch an bestimmten

65
00:04:44.920 --> 00:04:47.170
<v Scholz>Scholz: Stellen und ich erlebe das.

66
00:04:47.170 --> 00:04:48.970
<v Scholz>Scholz: Umso öfter ich das tue, umso besser werde
ich.

67
00:04:50.360 --> 00:04:53.780
<v Scholz>Scholz: Und das alles gut etabliert ist, dann kann
man drüber nachdenken.

68
00:04:53.780 --> 00:04:58.070
<v Scholz>Scholz: Okay. Den Umgang mit dem Internet auch
auszuprobieren.

69
00:05:01.130 --> 00:05:04.970
<v Scholz>Scholz: Wie beim Fahrrad. Also keiner würde
wahrscheinlich auf die Idee kommen, irgendwie

70
00:05:04.970 --> 00:05:09.410
<v Scholz>Scholz: so einen 5-jährigen auf ein Fahrrad für
einen Erwachsenen zu setzen.

71
00:05:09.410 --> 00:05:14.090
<v Scholz>Scholz: Zu sagen Probier mal, ist auf die Straße
schieben und sagen So, und jetzt sieh mal zu.

72
00:05:17.050 --> 00:05:20.800
<v Scholz>Scholz: In Sachen Mediennutzung passiert es leider
nicht so selten.

73
00:05:21.430 --> 00:05:25.180
<v Scholz>Scholz: Für Sie als Eltern, die sich dafür
interessieren und jetzt hier sind, ist es

74
00:05:25.210 --> 00:05:28.780
<v Scholz>Scholz: wahrscheinlich völlig irreal und
unvorstellbar.

75
00:05:29.830 --> 00:05:36.100
<v Scholz>Scholz: Aber ich muss Ihnen leider sagen, es gibt so
50 % der Eltern, die entweder nicht wissen,

76
00:05:36.100 --> 00:05:42.520
<v Scholz>Scholz: womit sich ihr Kind oder Jugendlicher
beschäftigt oder wie lange es sich damit

77
00:05:42.520 --> 00:05:45.400
<v Scholz>Scholz: beschäftigt. Ja, das ist schon ziemlich
dramatisch.

78
00:05:46.450 --> 00:05:49.810
<v Scholz>Scholz: Und wenn ich darüber nachdenke, als Eltern.

79
00:05:51.740 --> 00:05:55.250
<v Scholz>Scholz: So eine Internetnutzung zuzulassen, dann
sollte es eine Begleitung erfahren.

80
00:05:55.250 --> 00:05:59.150
<v Scholz>Scholz: Am Anfang. Denn man muss sich bewusst sein
es wird immer Seiten geben, die ungünstig

81
00:05:59.150 --> 00:06:06.470
<v Scholz>Scholz: sind. Ja, und man kann schauen, okay, wie
kann man damit umgehen, wenn das passiert,

82
00:06:06.470 --> 00:06:13.280
<v Scholz>Scholz: dass man tatsächlich durch einen Link
gewollt oder ungewollt darauf kommt, was kann

83
00:06:13.280 --> 00:06:15.230
<v Scholz>Scholz: ich dann darüber erzählen?

84
00:06:15.230 --> 00:06:16.460
<v Scholz>Scholz: Was sollte ich erzählen?

85
00:06:16.460 --> 00:06:21.320
<v Scholz>Scholz: Was muss ich irgendwie für mich auch tun,
damit ich mit den gesehenen Bildern,

86
00:06:21.320 --> 00:06:23.510
<v Scholz>Scholz: vielleicht mit den Inhalten gut umgehen
kann?

87
00:06:25.050 --> 00:06:29.700
<v Scholz>Scholz: Ja, das ist immer hilfreicher, als wenn man
versucht, jetzt alles Mögliche zu sperren.

88
00:06:30.330 --> 00:06:34.260
<v Scholz>Scholz: Es gibt natürlich auch sogenannte
Schutzsoftware, auch fürs Smartphone.

89
00:06:34.590 --> 00:06:35.880
<v Scholz>Scholz: Das kann man mit nutzen.

90
00:06:35.880 --> 00:06:38.070
<v Scholz>Scholz: Aber auch da bleibt natürlich immer so eine.

91
00:06:40.320 --> 00:06:43.110
<v Scholz>Scholz: Große Zahl von Seiten, die ich nicht
einschränken kann.

92
00:06:45.620 --> 00:06:50.150
<v Scholz>Scholz: Also auch das sollte Eltern bewusst sein,
wenn sie über ein Smartphone nachdenken.

93
00:06:50.150 --> 00:06:55.280
<v Scholz>Scholz: Heute ist es tatsächlich so die
Anfangsnutzung bei vielen schon mit neun zehn

94
00:06:55.280 --> 00:06:56.570
<v Scholz>Scholz: Jahren, also sehr, sehr früh.

95
00:06:56.570 --> 00:06:57.710
<v Scholz>Scholz: Und das ungefiltert.

96
00:06:59.230 --> 00:07:04.690
<v Scholz>Scholz: Und das ist tatsächlich etwas, was im
Bereich der Verantwortung sehr fragwürdig

97
00:07:04.690 --> 00:07:08.950
<v Scholz>Scholz: ist. Auch heute ist es ja noch so, dass
Smartphoneverträge eigentlich nur von

98
00:07:08.950 --> 00:07:10.600
<v Scholz>Scholz: Erwachsenen abgeschlossen werden können.

99
00:07:10.600 --> 00:07:15.130
<v Scholz>Scholz: Das heißt, wenn ich als Elternteil
entscheide, mein oder ein Smartphone meinem

100
00:07:15.130 --> 00:07:19.060
<v Scholz>Scholz: Kind zur Verfügung zu stellen, dann bin ich
auch verantwortlich dafür, was damit

101
00:07:19.060 --> 00:07:25.190
<v Scholz>Scholz: passiert. Wofür das einzusetzen ist.

102
00:07:25.190 --> 00:07:26.870
<v Scholz>Scholz: Nun, bei den Fahrrädern ist es anschaulich.

103
00:07:26.870 --> 00:07:32.720
<v Scholz>Scholz: Also mit dem kann ich vielleicht eher so
Treppen befahren, mit dem anderen werde ich

104
00:07:32.720 --> 00:07:35.630
<v Scholz>Scholz: wahrscheinlich rasante Sprints hinlegen
können.

105
00:07:36.800 --> 00:07:39.110
<v Scholz>Scholz: Also wann nutze ich es?

106
00:07:39.110 --> 00:07:40.130
<v Scholz>Scholz: In welcher Form?

107
00:07:40.130 --> 00:07:46.310
<v Scholz>Scholz: Auch das. Ist eine Kompetenz, die ja nicht
per se vorhanden ist, sondern die entwickelt

108
00:07:46.310 --> 00:07:51.920
<v Scholz>Scholz: werden muss. Auch da ist es gut, wenn jemand
an meiner Seite ist, der einen Blick drauf

109
00:07:51.920 --> 00:07:55.550
<v Scholz>Scholz: hat. Okay, es ist jetzt sinnvoll, das Medium
zu nutzen oder nicht?

110
00:07:56.710 --> 00:08:01.900
<v Scholz>Scholz: Ich also auch. Das sollte nach Möglichkeit
am Anfang, wenn es denn geht passieren.

111
00:08:02.440 --> 00:08:07.450
<v Scholz>Scholz: Ein gewisses Risikobewusstsein also wie ich
es zum Beispiel auch unser Leben so

112
00:08:07.450 --> 00:08:12.490
<v Scholz>Scholz: ausspionieren, wie es Cybermobbing geben
kann im Netz usw.

113
00:08:12.520 --> 00:08:14.350
<v Scholz>Scholz: Also es gibt ganz viele Risiken.

114
00:08:15.200 --> 00:08:17.810
<v Scholz>Scholz: Die ich nicht alle komplett immer auf dem
Schirm haben muss.

115
00:08:17.810 --> 00:08:21.170
<v Scholz>Scholz: Aber ein gewisses Grundbewusstsein sollte
natürlich da sein.

116
00:08:21.290 --> 00:08:25.910
<v Scholz>Scholz: Auch darüber kann man sprechen und sollte
man zumindest in der Anfangsphase zumindest

117
00:08:25.910 --> 00:08:27.440
<v Scholz>Scholz: ein bisschen beobachten.

118
00:08:28.340 --> 00:08:29.720
<v Scholz>Scholz: Welche Regeln gibt es im Netz?

119
00:08:30.530 --> 00:08:35.990
<v Scholz>Scholz: Also dass völlig unklar ist, wenn ich zum
Beispiel Kommunikation ausführe, wer auf der

120
00:08:35.990 --> 00:08:37.850
<v Scholz>Scholz: anderen Seite ist.

121
00:08:38.210 --> 00:08:43.970
<v Scholz>Scholz: Auch das ist so eine Grundregel, die Kindern
und Jugendlichen bewusst sein sollte, dass

122
00:08:43.970 --> 00:08:49.100
<v Scholz>Scholz: man nicht sich verleiten lässt, tatsächlich
davon auszugehen, dass der, der behauptet,

123
00:08:49.100 --> 00:08:52.700
<v Scholz>Scholz: das und das zu sein, auch tatsächlich
derjenige ist, wenn ich ihn nicht von

124
00:08:52.700 --> 00:08:58.460
<v Scholz>Scholz: Angesicht kenne. Also wenn ich nur mit
Menschen Umgang habe, die tatsächlich mir

125
00:08:58.460 --> 00:09:00.290
<v Scholz>Scholz: haptisch bekannt sind, dann ist es
wunderbar.

126
00:09:01.400 --> 00:09:02.930
<v Scholz>Scholz: Da kann ja weniger passieren.

127
00:09:02.930 --> 00:09:07.160
<v Scholz>Scholz: Aber das andere kann natürlich zu sehr
dramatischen Konsequenzen führen.

128
00:09:09.710 --> 00:09:13.970
<v Scholz>Scholz: Genau und eine gewisse Selbsteinschätzung und
Selbstreflexion sollte nach Möglichkeit auch

129
00:09:13.970 --> 00:09:14.990
<v Scholz>Scholz: schon vorhanden sein.

130
00:09:15.170 --> 00:09:21.710
<v Scholz>Scholz: Sie sehen, es sind relativ viele Dinge, die
erst mal da sein müssten, damit tatsächlich

131
00:09:21.710 --> 00:09:27.740
<v Scholz>Scholz: so eine, ich sage mal unbeobachtete
Internetnutzung gut etabliert werden kann.

132
00:09:29.310 --> 00:09:32.580
<v Scholz>Scholz: So, dass es eben nicht dazu kommt, dass wir.

133
00:09:33.780 --> 00:09:35.130
<v Scholz>Scholz: Dramatische Folgen erleben.

134
00:09:36.120 --> 00:09:38.310
<v Scholz>Scholz: Und es gibt diese Folgen in beiden
Richtungen.

135
00:09:38.790 --> 00:09:44.040
<v Scholz>Scholz: Also manchmal ist es so, dass Ängste und
Depressionen, die wir auch schon bei Kindern

136
00:09:44.040 --> 00:09:49.230
<v Scholz>Scholz: leider immer mehr feststellen zurzeit, dass
die dazu führen, sich im Internet ein Stück

137
00:09:49.230 --> 00:09:50.310
<v Scholz>Scholz: weit zurückzuziehen.

138
00:09:50.310 --> 00:09:55.800
<v Scholz>Scholz: Das ist einfach als Möglichkeit genutzt
wird, da mit diesen Dingen umzugehen.

139
00:09:56.130 --> 00:10:01.200
<v Scholz>Scholz: Innerlich also so eine Art Auszeit für sich
zu schaffen und wieder sein System etwas zu

140
00:10:01.200 --> 00:10:08.250
<v Scholz>Scholz: beruhigen. Und wenn wir uns anschauen, wann
das eher passiert, dann ist es eben so, dass

141
00:10:08.250 --> 00:10:13.710
<v Scholz>Scholz: wenn Kinder erleben, dass der familiäre
Zusammenhalt nicht besonders stark ist, dass

142
00:10:13.710 --> 00:10:17.760
<v Scholz>Scholz: es vielleicht immer wieder aufflammende
Konflikte gibt zwischen den Eltern, dass zu

143
00:10:17.760 --> 00:10:23.700
<v Scholz>Scholz: starre Werte gibt, die uns auch als Kinder
und junge Menschen in den Familien eben in so

144
00:10:23.700 --> 00:10:30.300
<v Scholz>Scholz: ein Korsett zwingen, dass das auch eher dazu
führt, eine exzessive Nutzung.

145
00:10:31.530 --> 00:10:33.000
<v Scholz>Scholz: Zu versuchen. Zumindest.

146
00:10:34.130 --> 00:10:38.390
<v Scholz>Scholz: Ja, und die innere und äußere Überforderung,
die leider nicht selten durch unser

147
00:10:38.390 --> 00:10:39.770
<v Scholz>Scholz: Schulsystem passiert.

148
00:10:39.770 --> 00:10:46.430
<v Scholz>Scholz: Auch das ist so ein Punkt, wo wir einen
guten Blick drauf haben sollten, weil in dem

149
00:10:46.430 --> 00:10:51.050
<v Scholz>Scholz: Moment, ja, wenn wir nicht mehr das Gefühl
haben, wir können den Herausforderungen gut

150
00:10:51.050 --> 00:10:56.450
<v Scholz>Scholz: standhalten oder wir sind unterfordert, ja
dann sind wir eben nicht mehr in diesem

151
00:10:56.450 --> 00:11:00.470
<v Scholz>Scholz: Bereich, der uns wirklich gut tut, diesem
Flowbereich, sondern wir sind in einem

152
00:11:00.470 --> 00:11:03.560
<v Scholz>Scholz: Bereich, der uns tatsächlich überfordert
oder unterfordert.

153
00:11:03.560 --> 00:11:06.170
<v Scholz>Scholz: Das macht auf Dauer tatsächlich echt
schlechte Laune.

154
00:11:06.440 --> 00:11:07.880
<v Scholz>Scholz: Ja, und die versuche ich irgendwie zu
kompensieren.

155
00:11:08.840 --> 00:11:15.110
<v Scholz>Scholz: Wenn ich dann ein tolles Spiel finde, was
genau das anspricht, dann wird es mich dort

156
00:11:15.110 --> 00:11:16.790
<v Scholz>Scholz: hineinziehen und auch darin halten.

157
00:11:18.070 --> 00:11:23.830
<v Scholz>Scholz: Wir haben sie noch mal die kompletten
Kriterien für eine Sucht.

158
00:11:24.310 --> 00:11:29.980
<v Scholz>Scholz: Es sind also neun Kriterien, die über
mindestens zwölf Monate vorhanden sein

159
00:11:29.980 --> 00:11:32.590
<v Scholz>Scholz: sollten, um tatsächlich von einer Sucht zu
sprechen.

160
00:11:32.890 --> 00:11:36.250
<v Scholz>Scholz: Das ist also eine relativ hohe Hürde, bis
man von einer Sucht spricht.

161
00:11:36.250 --> 00:11:39.550
<v Scholz>Scholz: Die exzessive Nutzung allerdings, die
beginnt schon etwas früher.

162
00:11:40.090 --> 00:11:47.050
<v Scholz>Scholz: Also da sagt man, wenn ein Mensch in seiner
Freizeit über 30 Stunden Medien nutzt in der

163
00:11:47.050 --> 00:11:51.160
<v Scholz>Scholz: Woche, dann würden wir von einer exzessiven
Nutzung sprechen.

164
00:11:52.930 --> 00:11:55.210
<v Scholz>Scholz: Na ja, 30 Stunden nur in der Freizeit.

165
00:11:55.210 --> 00:11:59.440
<v Scholz>Scholz: Also bitte nicht die Arbeitszeit mitrechnen,
auch nicht das, was man für die Arbeit tut.

166
00:11:59.440 --> 00:12:05.290
<v Scholz>Scholz: Also Schulaufgaben zum Beispiel am Rechner
machen würde, nicht mit reinzählen und es ist

167
00:12:05.290 --> 00:12:06.610
<v Scholz>Scholz: die Bildschirm medienzeit.

168
00:12:06.640 --> 00:12:09.940
<v Scholz>Scholz: Vorhin kam die Frage, ob Hörspiele da mit
reinziehen, die würden nicht mit reinzählen.

169
00:12:10.870 --> 00:12:16.300
<v Scholz>Scholz: Ja beim Fernsehen schauen würde, reinzählen
und alles, was ich mit dem Smartphone.

170
00:12:18.290 --> 00:12:21.350
<v Scholz>Scholz: Tablet, Playstation Tour.

171
00:12:21.350 --> 00:12:22.430
<v Scholz>Scholz: Das würde mit reinzählen.

172
00:12:22.730 --> 00:12:25.580
<v Scholz>Scholz: Ja, jetzt kann man überschlagen, kann man
auch für sich selber mal überschlagen.

173
00:12:25.910 --> 00:12:29.330
<v Scholz>Scholz: Da werden einige tatsächlich über die 30
Stunden kommen, sagen okay, ich bin exzessiv

174
00:12:29.330 --> 00:12:30.920
<v Scholz>Scholz: Nutzer. Bin ich jetzt süchtig?

175
00:12:34.000 --> 00:12:38.140
<v Scholz>Scholz: Nein, sind sie nicht, weil dazu müssen ja
die Suchtkriterien erfüllt sein.

176
00:12:38.620 --> 00:12:44.650
<v Scholz>Scholz: Die exzessive Nutzung ist vielleicht ein
Hinweis darauf, aber die Nutzungsdauer kommt

177
00:12:44.650 --> 00:12:46.210
<v Scholz>Scholz: noch nicht mal vor in den Suchkriterien.

178
00:12:46.690 --> 00:12:49.150
<v Scholz>Scholz: Das heißt, die Nutzungsdauer ist erstmal nur
ein Hinweis.

179
00:12:49.150 --> 00:12:54.460
<v Scholz>Scholz: Und es ist so, dass es unglaublich viele
exzessive Nutzer gibt, die nicht süchtig

180
00:12:54.460 --> 00:12:58.450
<v Scholz>Scholz: sind. Es gibt aber keinen Süchtigen, der
nicht exzessiv nutzt.

181
00:13:00.030 --> 00:13:01.440
<v Scholz>Scholz: Okay, also so ist der Zusammenhang.

182
00:13:02.340 --> 00:13:03.570
<v Scholz>Scholz: Jetzt schauen wir uns mal an, okay?

183
00:13:03.570 --> 00:13:07.440
<v Scholz>Scholz: Wann geht es ein? Oder wann geht es Kindern
in einer Familie eigentlich gut?

184
00:13:10.350 --> 00:13:13.740
<v Scholz>Scholz: Kindern geht es gut, wenn es den Erwachsenen
gut geht.

185
00:13:17.350 --> 00:13:18.700
<v Scholz>Scholz: Das heißt, Kinder müssen.

186
00:13:19.810 --> 00:13:24.730
<v Scholz>Scholz: Lernen dürfen von den Erwachsenen, dass es
Spaß gibt im Leben und dass es Sinn gibt im

187
00:13:24.730 --> 00:13:28.640
<v Scholz>Scholz: Leben. Erster, ganz wichtiger Punkt.

188
00:13:30.850 --> 00:13:35.440
<v Scholz>Scholz: Eltern sind und bleiben möglichst gelassen,
egal welche Anforderungen es gibt.

189
00:13:35.920 --> 00:13:38.170
<v Scholz>Scholz: In der Regel gibt es immer eine Lösung.

190
00:13:38.320 --> 00:13:39.430
<v Scholz>Scholz: Wenn es dann nicht.

191
00:13:40.140 --> 00:13:45.660
<v Scholz>Scholz: Dazu führt, dass wir in einem System
gelandet sind, in dem eine individuelle

192
00:13:45.660 --> 00:13:46.770
<v Scholz>Scholz: Lösung nicht mehr möglich ist.

193
00:13:47.190 --> 00:13:51.190
<v Scholz>Scholz: Ja. Aber in der Regel gibt es.

194
00:13:52.310 --> 00:13:59.060
<v Scholz>Scholz: Möglichkeiten dann, was bei Ihnen mit
Sicherheit gegeben ist, aber leider in vielen

195
00:13:59.060 --> 00:14:02.600
<v Scholz>Scholz: Familien nicht so ausgeprägt ist, ist die
Anstrengungsbereitschaft auch für die

196
00:14:02.600 --> 00:14:07.450
<v Scholz>Scholz: Beziehungspflege. Beziehungen zu gestalten,
ist eigentlich das Wichtigste.

197
00:14:08.330 --> 00:14:13.340
<v Scholz>Scholz: Menschliche Bedürfnis und die wichtigste
Herausforderung für uns Menschen.

198
00:14:14.240 --> 00:14:19.700
<v Scholz>Scholz: Die Neurobiologie versteht es so langsam,
weil sie sieht, dass die meisten Verbindungen

199
00:14:19.700 --> 00:14:22.190
<v Scholz>Scholz: Verknüpfungen im Gehirn tatsächlich dafür
zuständig sind.

200
00:14:23.430 --> 00:14:27.570
<v Scholz>Scholz: Also weder für die Aufnahme von
Informationen noch für die Ausführung von

201
00:14:27.570 --> 00:14:31.080
<v Scholz>Scholz: Handlungen oder sonst was, sondern für die
Beziehungspflege für das meiste im Gehirn

202
00:14:31.080 --> 00:14:38.550
<v Scholz>Scholz: genutzt. Ja, und das wirklich auch in der
Familie zu gestalten, und zwar konstruktiv.

203
00:14:39.540 --> 00:14:41.910
<v Scholz>Scholz: Positiv. Angemessen.

204
00:14:42.060 --> 00:14:46.470
<v Scholz>Scholz: Das ist eigentlich die Hauptaufgabe, die
Familien heute haben schon immer hatten.

205
00:14:47.970 --> 00:14:52.530
<v Scholz>Scholz: Aber heute ist natürlich vielleicht ein
bisschen schwieriger, weil es einfach unsere

206
00:14:52.530 --> 00:14:57.150
<v Scholz>Scholz: Gesellschaft nicht mehr so hergibt wie in
früheren Gesellschaften, wo es ein anderes

207
00:14:57.570 --> 00:15:01.620
<v Scholz>Scholz: Zusammenleben gab, eine andere Interaktion
schon zwischen den Erwachsenen.

208
00:15:02.940 --> 00:15:06.090
<v Scholz>Scholz: Ja. Und wenn die Erwachsenen dann noch ein
bisschen selbstironisch bleiben können, dann

209
00:15:06.090 --> 00:15:10.570
<v Scholz>Scholz: ist es wunderbar. Und es ist tatsächlich so,
dass.

210
00:15:13.230 --> 00:15:16.350
<v Scholz>Scholz: Es in den Familien niemals.

211
00:15:17.520 --> 00:15:19.680
<v Scholz>Scholz: Den Kindern besser geht als den Erwachsenen.

212
00:15:19.920 --> 00:15:21.780
<v Scholz>Scholz: Auch wenn wir das von außen nicht so sehen.

213
00:15:22.020 --> 00:15:26.730
<v Scholz>Scholz: Ja, oft beschreiben Eltern ja ich schufte
das ganze Leben und nur damit es meinen

214
00:15:26.730 --> 00:15:32.510
<v Scholz>Scholz: Kindern gut geht. Aber wenn Kinder das
erleben, wie ausgebrannt Eltern auch sind,

215
00:15:33.080 --> 00:15:36.860
<v Scholz>Scholz: dann zeigen die das Vielleicht nicht
äußerlich, aber innerlich passiert natürlich

216
00:15:36.860 --> 00:15:40.310
<v Scholz>Scholz: was mit ihnen. Denn das sind ihre
wichtigsten Bezugspersonen.

217
00:15:40.310 --> 00:15:43.580
<v Scholz>Scholz: Und das Leid der Eltern ist immer auch Leid
der Kinder.

218
00:15:44.720 --> 00:15:50.000
<v Scholz>Scholz: Also sich das auch bewusst zu machen, um
daraus vielleicht abzuleiten okay, ich darf

219
00:15:50.000 --> 00:15:56.270
<v Scholz>Scholz: für mich sorgen, weil das ist auch wichtig
für den Umgang mit meinen Kindern und

220
00:15:56.270 --> 00:15:58.550
<v Scholz>Scholz: letztlich für das Erleben der Kinder selbst.

221
00:15:59.650 --> 00:16:02.440
<v Scholz>Scholz: Jetzt gehen wir noch mal ganz kurz so ein
bisschen in die Erziehungsprinzipien mit

222
00:16:02.440 --> 00:16:07.960
<v Scholz>Scholz: rein. Die sind schon relativ alt aus den
60er Jahren nach Rudolf Dreikurs.

223
00:16:07.960 --> 00:16:09.430
<v Scholz>Scholz: Ich weiß nicht, ob jemand ihn gelesen hat.

224
00:16:09.430 --> 00:16:12.550
<v Scholz>Scholz: Einen Österreicher finde ich nach wie vor
sehr aktuell.

225
00:16:12.550 --> 00:16:17.770
<v Scholz>Scholz: Und wenn man sich so neuere
Erziehungsempfehlungen anschaut, dann kommen

226
00:16:17.770 --> 00:16:19.060
<v Scholz>Scholz: die in Abwandlung eigentlich immer wieder
vor.

227
00:16:19.870 --> 00:16:21.520
<v Scholz>Scholz: Also das Ermutigen ist eine ganz wichtige
Sache.

228
00:16:22.750 --> 00:16:29.230
<v Scholz>Scholz: Bestrafen, belohnen, nach Möglichkeit
vermeiden, sondern eher so natürliche und

229
00:16:29.230 --> 00:16:30.550
<v Scholz>Scholz: logische Folgen anwenden.

230
00:16:31.490 --> 00:16:34.910
<v Scholz>Scholz: Ich zeige Ihnen hier einmal ein kleines
Beispiel, auch auf Medien bezogen.

231
00:16:36.400 --> 00:16:40.750
<v Scholz>Scholz: Mitunter muss man sie arrangieren, diese
Folgen aber auch das erfordert ein bisschen

232
00:16:40.750 --> 00:16:42.970
<v Scholz>Scholz: Kreativität, macht aber auch eine Menge
Spaß.

233
00:16:45.430 --> 00:16:50.620
<v Scholz>Scholz: Konsequent sein ist natürlich hilfreich und
da empfehle ich in Sachen Mediennutzung immer

234
00:16:50.620 --> 00:16:55.900
<v Scholz>Scholz: eher, dass man das, was technisch
organisierbar ist, auch darüber organisiert.

235
00:16:56.170 --> 00:17:01.090
<v Scholz>Scholz: Also wenn man jeden Tag sich auf eine
Diskussion einlässt mit seinem Jugendlichen,

236
00:17:01.510 --> 00:17:02.740
<v Scholz>Scholz: dann wird es anstrengend.

237
00:17:03.370 --> 00:17:07.330
<v Scholz>Scholz: Ja, also dann geht es darum irgendwie okay,
da habe ich noch eine Viertelstunde.

238
00:17:08.270 --> 00:17:12.200
<v Scholz>Scholz: Und ja, Eltern, mal geht es, mal geht es
nicht.

239
00:17:12.350 --> 00:17:16.520
<v Scholz>Scholz: Das hängt dann auch ein bisschen davon ab,
wie Mama oder Papa gerade drauf ist.

240
00:17:16.520 --> 00:17:23.120
<v Scholz>Scholz: So mal geht's ohne Probleme und mal gibt es
einen ziemlichen harten Kampf.

241
00:17:24.110 --> 00:17:28.640
<v Scholz>Scholz: Kann man alles vermeiden. Ja, also
heutzutage können wir das so einstellen und

242
00:17:28.640 --> 00:17:29.720
<v Scholz>Scholz: auch so verabreden.

243
00:17:29.750 --> 00:17:33.530
<v Scholz>Scholz: Nach Möglichkeit sollte das natürlich
gemeinsam mit dem Kind passieren.

244
00:17:33.530 --> 00:17:37.880
<v Scholz>Scholz: Nicht, dass man bestimmt so, du darfst an
dem und dem Tag so und so viel fertig aus.

245
00:17:39.200 --> 00:17:43.250
<v Scholz>Scholz: Günstig ist vielleicht sogar eher so ein
Wochenkontingent zu vereinbaren, dass man

246
00:17:43.250 --> 00:17:48.260
<v Scholz>Scholz: sagt okay, in der Woche vielleicht zehn
Stunden spielen und du darfst es dir

247
00:17:48.260 --> 00:17:53.680
<v Scholz>Scholz: einteilen. Auch das lässt sich ja
programmieren, direkt am Router oder auch

248
00:17:53.680 --> 00:17:58.330
<v Scholz>Scholz: über eine Software. Und dann ist man die
Diskussion schon mal los.

249
00:17:58.750 --> 00:18:03.670
<v Scholz>Scholz: Ja, und man darf auch immer von Zeit zu Zeit
das überprüfen.

250
00:18:03.850 --> 00:18:10.210
<v Scholz>Scholz: Also nach drei Monaten schauen passt es noch,
da ist es noch angemessen oder sollte es ein

251
00:18:10.210 --> 00:18:11.830
<v Scholz>Scholz: bisschen mehr? Sollte es ein bisschen
weniger werden?

252
00:18:16.220 --> 00:18:17.660
<v Scholz>Scholz: Kritik ist so ein Punkt.

253
00:18:18.560 --> 00:18:24.680
<v Scholz>Scholz: Also wir als Norddeutsche, sage ich mal,
sind da gerne und schnell mit dabei.

254
00:18:27.740 --> 00:18:34.190
<v Scholz>Scholz: Ist aber natürlich immer etwas, was schnell
an das Selbstwert oder den Selbstwert, an das

255
00:18:34.190 --> 00:18:39.350
<v Scholz>Scholz: Selbstvertrauen geht und macht uns gerade
nicht gerade stark ermutigt.

256
00:18:39.350 --> 00:18:45.800
<v Scholz>Scholz: Also eher weniger, wenn wir es schaffen,
manchmal auf Kritik eher zu verzichten und

257
00:18:46.070 --> 00:18:50.030
<v Scholz>Scholz: Fehler. Ich finde den Begriff gar nicht so
schön, aber wenn wir dann so was wie Fehler

258
00:18:50.030 --> 00:18:55.400
<v Scholz>Scholz: meinen zu beobachten, sie nicht groß zu
machen, sondern eher so ein bisschen zu

259
00:18:55.400 --> 00:19:00.770
<v Scholz>Scholz: nivellieren. Denn in der Regel ist es so,
dass wenn ein Weg nicht zum Ziel führt und

260
00:19:00.770 --> 00:19:04.820
<v Scholz>Scholz: das sind ja eigentlich die sogenannten
Fehler, dann spürt es der Betroffene

261
00:19:04.820 --> 00:19:06.290
<v Scholz>Scholz: natürlich sowieso von selbst.

262
00:19:06.740 --> 00:19:10.820
<v Scholz>Scholz: Und dann zu schauen, okay, was kann ich
verändern, ist viel hilfreicher, als wenn mir

263
00:19:10.820 --> 00:19:13.010
<v Scholz>Scholz: noch einer sagt Das hast du aber ganz
schlecht gemacht.

264
00:19:13.700 --> 00:19:16.400
<v Scholz>Scholz: Es gibt so das schöne Beispiel, wie wir
laufen lernen.

265
00:19:16.820 --> 00:19:22.580
<v Scholz>Scholz: Ja, wenn wir das schon von früh an erfahren
würden, dass ein Erwachsener hinguckt, wenn

266
00:19:22.580 --> 00:19:26.990
<v Scholz>Scholz: so ein Steppke von einem Jahr irgendwie
versucht, sich aufzurappeln, aber wieder

267
00:19:26.990 --> 00:19:32.930
<v Scholz>Scholz: hinfällt und noch mal aufrappelt und wieder
hinfällt und man sagt Ich zeig dir das mal,

268
00:19:32.930 --> 00:19:38.450
<v Scholz>Scholz: wie das geht, jetzt pass mal auf und dann
machst du das mal so, ja, dann wird dieser

269
00:19:38.450 --> 00:19:42.080
<v Scholz>Scholz: kleine Wurm relativ schnell frustriert und
würde irgendwann gar nicht mehr aufstehen.

270
00:19:42.920 --> 00:19:44.300
<v Scholz>Scholz: Ja, und du würdest auch nicht mehr versuchen.

271
00:19:44.810 --> 00:19:50.270
<v Scholz>Scholz: So, und das ist so ungefähr das Prinzip, was
nachher auch in manchen Schulen habe ich mir

272
00:19:50.270 --> 00:19:54.440
<v Scholz>Scholz: sagen lassen, passiert ja, dass man immer so
auf diese Fehler guckt und das hast du nicht

273
00:19:54.440 --> 00:19:58.550
<v Scholz>Scholz: richtig gemacht und macht es doch mal
endlich so und so und dann passt es schon.

274
00:19:59.240 --> 00:20:03.890
<v Scholz>Scholz: Ja, man darf oder man sollte versuchen
dürfen, wie es geht, seinen Weg finden und

275
00:20:03.890 --> 00:20:06.560
<v Scholz>Scholz: dann dabei positiv begleitet werden.

276
00:20:07.810 --> 00:20:13.090
<v Scholz>Scholz: Ist manchmal schwer, aber hilfreich, wenn
wir uns langfristig orientieren.

277
00:20:13.090 --> 00:20:19.330
<v Scholz>Scholz: Wenn wir uns nicht auf das oder auf den
Moment, wo man hofft, dass es jetzt gerade

278
00:20:19.330 --> 00:20:23.260
<v Scholz>Scholz: funktioniert. Wenn wir das so ein bisschen
aufheben können und sagen okay, es ist ein

279
00:20:23.260 --> 00:20:24.730
<v Scholz>Scholz: Versuch. Gucken wir mal!

280
00:20:25.660 --> 00:20:29.020
<v Scholz>Scholz: Gelingt er oder nicht, wenn nicht, gelingt
Neuer Versuch.

281
00:20:31.180 --> 00:20:34.870
<v Scholz>Scholz: Sich Zeit nehmen. Ganz wichtig in unserer
hektischen Zeit vielleicht auch schwierig.

282
00:20:34.870 --> 00:20:40.750
<v Scholz>Scholz: Umso jünger die Kinder sind, umso mehr ist
es natürlich erforderlich, dass wir uns ganz

283
00:20:40.750 --> 00:20:45.580
<v Scholz>Scholz: exklusiv Zeit nehmen für Kinder und
Jugendliche, einfach um ihnen auch das Gefühl

284
00:20:45.580 --> 00:20:50.470
<v Scholz>Scholz: zu geben, dass sie wichtig sind, dass sie
wissen okay, jetzt ist meine Zeit, jetzt habe

285
00:20:50.470 --> 00:20:54.910
<v Scholz>Scholz: ich alles das, was ich gerade tun will, mit.

286
00:20:55.790 --> 00:20:57.830
<v Scholz>Scholz: Meiner Mama mit meinem Papa tun.

287
00:20:57.860 --> 00:20:58.970
<v Scholz>Scholz: Die sind jetzt für mich da.

288
00:21:00.970 --> 00:21:02.410
<v Scholz>Scholz: Handeln ist immer besser als Reden.

289
00:21:02.710 --> 00:21:08.080
<v Scholz>Scholz: Ja, Also, wenn ich meinem Kind zum
hundertsten Mal erkläre, wie es sein soll.

290
00:21:08.350 --> 00:21:12.910
<v Scholz>Scholz: Ja, dann können Sie hundertProzentig sicher
sein, dass davon nichts mehr irgendwo

291
00:21:12.910 --> 00:21:15.700
<v Scholz>Scholz: hängenbleibt. Weil.

292
00:21:16.480 --> 00:21:20.410
<v Scholz>Scholz: Das kennen die Kinder ja schon so, das
brauchen sie nicht wieder hören.

293
00:21:20.410 --> 00:21:24.670
<v Scholz>Scholz: Deswegen Nach dem zehnten Mal wird auf
Durchzug geschaltet und das ist auch gut so,

294
00:21:25.360 --> 00:21:26.800
<v Scholz>Scholz: das heißt, das kann man sich alles sparen.

295
00:21:26.800 --> 00:21:30.670
<v Scholz>Scholz: Also die, wenn sie zehnmal was wiederholt
haben, das elfte Mal können Sie einfach

296
00:21:30.670 --> 00:21:36.040
<v Scholz>Scholz: lassen, ja und dann gucken okay, welche
Handlungen werden werden interessant oder

297
00:21:36.040 --> 00:21:40.480
<v Scholz>Scholz: wichtig, damit sich was in die Richtung, die
Sie sich wünschen, verändert?

298
00:21:41.910 --> 00:21:44.970
<v Scholz>Scholz: Auch mal Nein sagen, wenn sie es für
angemessen halten.

299
00:21:49.100 --> 00:21:51.830
<v Scholz>Scholz: Auch das ist so 1.1 Unabhängigkeit fördern.

300
00:21:53.130 --> 00:21:56.280
<v Scholz>Scholz: Sie kennen ja alle die Helikoptereltern, die
alles wissen wollen.

301
00:21:56.520 --> 00:22:01.110
<v Scholz>Scholz: Ich habe von Eltern erfahren, dass sie eben
auch bis hin zu allen Nachrichten

302
00:22:01.110 --> 00:22:05.340
<v Scholz>Scholz: Kommunikationen der Kinder das überprüfen,
also bis ins höhere Alter, auch, dass sie

303
00:22:05.340 --> 00:22:09.180
<v Scholz>Scholz: sich das quasi spiegeln auf ihr eigenes
Handy und das mit nachverfolgen, das ist

304
00:22:09.180 --> 00:22:14.370
<v Scholz>Scholz: natürlich brutal. Ja, das ist so, wie ich
sage mal wie Briefe lesen ja, sowohl

305
00:22:14.370 --> 00:22:16.530
<v Scholz>Scholz: Verschickte als auch Angekommene das.

306
00:22:16.860 --> 00:22:23.280
<v Scholz>Scholz: Das sollte man natürlich vermeiden und
soweit Unabhängigkeit möglich ist, das

307
00:22:23.280 --> 00:22:29.400
<v Scholz>Scholz: wirklich auch fördern und nicht versuchen,
in allen Situationen hundertProzentige

308
00:22:29.400 --> 00:22:35.400
<v Scholz>Scholz: Kontrolle zu behalten ist eh nicht möglich
und der Versuch ist eher dazu angetan sind

309
00:22:35.400 --> 00:22:40.110
<v Scholz>Scholz: zum Zwangserleben bei den Kindern und
Jugendlichen zu erzeugen, statt dass sie

310
00:22:40.410 --> 00:22:41.430
<v Scholz>Scholz: Kraft entwickeln.

311
00:22:44.360 --> 00:22:47.060
<v Scholz>Scholz: Und es fordern, eben wirklich dosiert zu
machen.

312
00:22:47.780 --> 00:22:51.380
<v Scholz>Scholz: Nicht den Anspruch zu haben, dass es kleine
Erwachsene sind, die einfach funktionieren

313
00:22:51.380 --> 00:22:58.700
<v Scholz>Scholz: müssen, sondern wirklich schauen, okay, was
ist jetzt angemessen und wirklich gut zu

314
00:22:58.700 --> 00:23:03.350
<v Scholz>Scholz: fordern? Umso mehr man auch gemeinsame.

315
00:23:04.400 --> 00:23:10.670
<v Scholz>Scholz: Vergnügungspaß sich gönnt, Umso besser ist
natürlich auch der Zusammenhalt und das

316
00:23:10.670 --> 00:23:13.280
<v Scholz>Scholz: Erleben einer guten Gemeinschaft.

317
00:23:14.150 --> 00:23:17.900
<v Scholz>Scholz: Okay. Genau jetzt zu den natürlich und
logischen Konsequenzen.

318
00:23:18.110 --> 00:23:19.730
<v Scholz>Scholz: Ja, Sprache ist ganz wichtig.

319
00:23:19.730 --> 00:23:24.770
<v Scholz>Scholz: Natürlich. Man darf natürlich sagen Es tut
mir leid, dass du dies oder das nicht

320
00:23:24.770 --> 00:23:30.070
<v Scholz>Scholz: geschafft hast. Wenn man den Satz so
ausspricht Hoffentlich ist das jetzt eine

321
00:23:30.070 --> 00:23:32.720
<v Scholz>Scholz: Lehre. Klingt ein bisschen anders.

322
00:23:34.530 --> 00:23:38.520
<v Scholz>Scholz: Also da wird aus der Folge eher eine
Bestrafung, zumindest eine verbale.

323
00:23:40.940 --> 00:23:42.320
<v Scholz>Scholz: Genau das habe ich schon genannt.

324
00:23:42.320 --> 00:23:44.120
<v Scholz>Scholz: Also Autonomie der Kinder achten.

325
00:23:45.720 --> 00:23:49.800
<v Scholz>Scholz: Nicht hoffen, dass das Kind genauso ist, wie
ich es für richtig halte, sondern es ist ein

326
00:23:49.800 --> 00:23:52.440
<v Scholz>Scholz: eigenständiger Mensch, der seine eigenen
Erfahrungen macht.

327
00:23:52.680 --> 00:24:00.540
<v Scholz>Scholz: Der schaut, was sein Platz im Leben ist und
dafür versucht es natürlich, die Dinge zu

328
00:24:00.540 --> 00:24:03.840
<v Scholz>Scholz: nutzen, die ihm das zeigen können.

329
00:24:05.160 --> 00:24:10.620
<v Scholz>Scholz: Genau. Aber wenn wir so eine natürliche
Folge mal beim Computerspielen uns anschauen.

330
00:24:11.580 --> 00:24:18.660
<v Scholz>Scholz: Also wenn ich exzessiv Computerspiele und
dadurch nicht mehr so richtig viel Zeit für

331
00:24:18.660 --> 00:24:22.890
<v Scholz>Scholz: die Schule habe, dann wird natürlich auch
die Berufswahl am Ende eingeschränkt.

332
00:24:23.400 --> 00:24:27.570
<v Scholz>Scholz: Das kann man besprechen und am Ende liegt
die Entscheidung beim Jugendlichen selbst.

333
00:24:28.050 --> 00:24:32.820
<v Scholz>Scholz: Also ich werde den nicht dahin prügeln
können, wenn ich mir denke, der sollte jetzt

334
00:24:32.820 --> 00:24:40.290
<v Scholz>Scholz: Arzt werden. Ja, deswegen muss er das und
das und das machen, ja, sondern das muss am

335
00:24:40.290 --> 00:24:43.230
<v Scholz>Scholz: Ende die Entscheidung desjenigen selbst
bleiben.

336
00:24:43.740 --> 00:24:46.710
<v Scholz>Scholz: Aber man kann natürlich über die
Konsequenzen reden.

337
00:24:46.890 --> 00:24:49.580
<v Scholz>Scholz: Ja. Und.

338
00:24:52.170 --> 00:24:56.940
<v Scholz>Scholz: Vielleicht so eine Sache, Die, die immer mal
wieder passiert, wenn wir.

339
00:24:59.080 --> 00:25:03.610
<v Scholz>Scholz: Über das Nachdenken, was so im Haushalt
passieren sollte, dann.

340
00:25:04.960 --> 00:25:09.730
<v Scholz>Scholz: Gibt es natürlich immer die Frage okay,
Müllentsorgung wäre doch eigentlich eine

341
00:25:09.730 --> 00:25:10.990
<v Scholz>Scholz: Aufgabe, die ganz gut.

342
00:25:12.510 --> 00:25:14.490
<v Scholz>Scholz: Zu Kindern in bestimmtem Alter passt.

343
00:25:16.750 --> 00:25:18.850
<v Scholz>Scholz: Jugendliche sind meistens nicht mehr so
begeistert davon.

344
00:25:19.090 --> 00:25:22.630
<v Scholz>Scholz: Aber wenn, wenn man es abgesprochen hat in
der Familie und sagt okay, du bist aber dafür

345
00:25:22.630 --> 00:25:26.060
<v Scholz>Scholz: verantwortlich. Warum kriegst du es nicht
hin?

346
00:25:27.270 --> 00:25:29.430
<v Scholz>Scholz: Dann kann man auch darüber nachdenken.

347
00:25:29.430 --> 00:25:37.770
<v Scholz>Scholz: Okay, wenn das einfach nicht möglich ist,
dann sollten wir halt auch unsere Konsequenz

348
00:25:37.770 --> 00:25:39.450
<v Scholz>Scholz: ziehen und.

349
00:25:40.370 --> 00:25:45.650
<v Scholz>Scholz: Eins. Eine wäre beispielsweise okay, Dein
Jugendzimmer ist eh.

350
00:25:47.080 --> 00:25:51.880
<v Scholz>Scholz: Sowas wie eine kleine Müllhalde geworden,
dann können wir es auch gesamt als Familie,

351
00:25:51.880 --> 00:25:53.200
<v Scholz>Scholz: als kleines Müllzimmer nutzen.

352
00:25:53.380 --> 00:25:56.740
<v Scholz>Scholz: Ja und dann stellt man den Müll einfach
immer wieder in das Zimmer.

353
00:25:57.130 --> 00:25:58.870
<v Scholz>Scholz: So, das ergibt dann einen gewissen
Handlungsdruck.

354
00:26:00.070 --> 00:26:04.990
<v Scholz>Scholz: Ja, da brauche ich nicht drüber reden,
sondern es ist jetzt noch nicht mal etwas,

355
00:26:04.990 --> 00:26:08.140
<v Scholz>Scholz: was ich mir ausgedacht habe, sondern das
habe ich mal mit einem Spieler tatsächlich

356
00:26:08.140 --> 00:26:13.030
<v Scholz>Scholz: ausgehandelt, der auch sagte Meine Eltern
haben immer geredet und geredet und das hat

357
00:26:13.030 --> 00:26:14.770
<v Scholz>Scholz: überhaupt nichts bei mir bewirkt.

358
00:26:15.430 --> 00:26:19.030
<v Scholz>Scholz: Und dann habe ich, haben wir über diesen
Vorschlag mal gesprochen, der sagte ja, da

359
00:26:19.030 --> 00:26:20.230
<v Scholz>Scholz: hätte ich wahrscheinlich angefangen, darüber
nachzudenken.

360
00:26:21.250 --> 00:26:23.650
<v Scholz>Scholz: Also nur mal so als eine Möglichkeit.

361
00:26:25.400 --> 00:26:28.400
<v Scholz>Scholz: Genau jetzt mal ganz konkret zu natürlichen
und logischen Konsequenzen.

362
00:26:28.400 --> 00:26:31.970
<v Scholz>Scholz: Also als Eltern sind wir verantwortlich für
Ernährung, Unversehrtheit, körperliche

363
00:26:31.970 --> 00:26:34.820
<v Scholz>Scholz: Fitness, Drogenverzicht, so weit es geht.

364
00:26:35.060 --> 00:26:38.630
<v Scholz>Scholz: Verhaltensunterstützung. Das heißt.

365
00:26:41.250 --> 00:26:42.450
<v Scholz>Scholz: Wenn wir das ernst nehmen.

366
00:26:43.870 --> 00:26:49.360
<v Scholz>Scholz: Körperlich sollte genug Bewegung da sein.

367
00:26:49.630 --> 00:26:53.380
<v Scholz>Scholz: Ja, das ist in der Kinder und Jugendzeit
unglaublich wichtig.

368
00:26:53.380 --> 00:26:55.180
<v Scholz>Scholz: Ist eigentlich auch für uns Ältere wichtig.

369
00:26:55.390 --> 00:26:59.800
<v Scholz>Scholz: Studien zeigen, dass die Hälfte aller
Krankheiten auf Bewegungsmangel

370
00:26:59.800 --> 00:27:00.820
<v Scholz>Scholz: zurückzuführen ist.

371
00:27:01.240 --> 00:27:06.010
<v Scholz>Scholz: Und wenn ich das schon in der Kindheit und
Jugend lerne, dass ich mich wenig bewege und

372
00:27:06.010 --> 00:27:10.510
<v Scholz>Scholz: vorm Rechner bin ich in der Regel sehr
statisch, dann ist das ungünstig.

373
00:27:10.870 --> 00:27:12.970
<v Scholz>Scholz: Diese Verantwortung haben wir als Eltern.

374
00:27:12.970 --> 00:27:14.710
<v Scholz>Scholz: Umso jünger die Kinder sind, umso mehr
natürlich.

375
00:27:15.910 --> 00:27:21.670
<v Scholz>Scholz: Aber man könnte sagen okay, wir sollten als
Konsequenz aus dieser Verantwortung sagen Auf

376
00:27:21.670 --> 00:27:24.220
<v Scholz>Scholz: jede Stunde Mediennutzung sollte mindestens
eine Stunde.

377
00:27:25.180 --> 00:27:29.170
<v Scholz>Scholz: Aktivität folgen, um hier eine gewisse
Balance zu haben.

378
00:27:29.530 --> 00:27:30.730
<v Scholz>Scholz: Das kann im Haus sein.

379
00:27:30.760 --> 00:27:32.290
<v Scholz>Scholz: Nach Möglichkeit sollte es auch im Freien
sein.

380
00:27:32.710 --> 00:27:36.220
<v Scholz>Scholz: Das kann sehr intensiv sein, das kann aber
auch ein Spaziergang sein.

381
00:27:36.460 --> 00:27:45.730
<v Scholz>Scholz: Was auch immer. Und man kann sagen okay, pro
Woche vereinbaren wir 1 bis 2

382
00:27:45.730 --> 00:27:47.170
<v Scholz>Scholz: medienfreie Tage.

383
00:27:48.690 --> 00:27:50.040
<v Scholz>Scholz: Ja. Und wenn das nicht gelingt?

384
00:27:51.120 --> 00:27:55.500
<v Scholz>Scholz: Dann nimmt man einen zusätzlichen Tag, da
die Gesundheit ja offensichtlich immer

385
00:27:55.500 --> 00:27:59.610
<v Scholz>Scholz: stärker gefährdet ist. Auch das sollte
natürlich abgesprochen sein.

386
00:27:59.790 --> 00:28:06.000
<v Scholz>Scholz: Niemals tatsächlich das Festlegen als Eltern
und sagen So ist das jetzt, sondern nach

387
00:28:06.000 --> 00:28:10.110
<v Scholz>Scholz: Möglichkeit. Ich weiß nicht, ob sie sowas
haben wie Familienrat oder sowas, wo sie sich

388
00:28:10.110 --> 00:28:15.450
<v Scholz>Scholz: regelmäßig zusammensetzen und darüber
entscheiden, was aktuell wichtig ist.

389
00:28:15.450 --> 00:28:19.290
<v Scholz>Scholz: Und sie sollten es tatsächlich nicht nur für
die Kinder formulieren, sondern auch für sich

390
00:28:19.290 --> 00:28:23.070
<v Scholz>Scholz: als Erwachsener. Ja, das ist auch immer ganz
wichtig, dass man nicht so das Gefühl hat

391
00:28:23.190 --> 00:28:28.140
<v Scholz>Scholz: okay, die sagen mir das, aber selber sitzen
sie auch den ganzen Tag vorm Fernseher.

392
00:28:28.140 --> 00:28:30.270
<v Scholz>Scholz: Wie auch immer, das wirkt dann sehr
unangemessen.